Sommerurlaub 2003 in Sisteron bei Michel und Francoise Sinner in der „Ferme aux vieux galets“

 vom 28.06. – 19.07.2003

  

                              

Ferme aux Vieux Galets

Unsere Herberge für drei Wochen. Ein liebevoll renoviertes Scheunengebäude. Oben wohnen Herr und Frau Sinner und unten sind drei Ferienwohnungen vorhanden, die modern ausgestattet sind und einem auch im Urlaub einen Großteil der Hausarbeit abnehmen. Eigentlich ist alles da und jeder Wohnung ist ein Gartenanteil ausgewiesen. Im Hauseingang ist ein Schrank voll mit Spielsachen für die Kinder. Master Mind, Kartenspiele, ....Draußen sind auch noch Spielsachen wie Boole, eine Tischtennisplatte und und und.

 Im vergangenen Jahr waren wir in der Wohnen rechts neben dem Eingang. Dieses Jahr wollten wir in die unsereserachtens schönere Wohnung links neben dem Eingang, da der Gartenanteil hinten raus schöner ist, wie auf dem nächsten Bild zu sehen ist.

gorges de la méouge

            

  In den gorges de la méouge haben wir uns machmal abgekühlt. Im steinigen Flussbett ließ es sich zwar schlecht gehen, aber der kleine Wasserfall und das klare Wasser sind einfach unwiderstehlich. Zwischendrin gab es so tiefe Stellen, dass man sogar reinspringen könnte – aber im Gegensatz zu manch einem anderen trauten wir uns dann doch nicht.  

                                                 

   Vor dem Urlaub haben wir den Kindern noch jeweils ein paar gute Wanderschuhe gekauft – und wir haben gut daran getan. Die Gegend lud zu verschieden langen Wanderungen ein. Gerade dort – im Resérve Geologique de Haute Province – gibt es unzählige Wanderwege, die zu irgendwelchen Ausgrabungsstätten führen. Was natürlich nie fehlte ist ausreichend Baguette, etwas für was drauf und zu Trinken. Wir waren erstaunt, wie gut unsere beiden Schnuckies die Berge raufgekrakselt sind und haben dann aber auch an geeigneter Stelle die wohlverdiente Rast eingelegt.

 Eine Wanderung zum Beispiel führe auch an die größte Ammonitenwand in Europa. 10km nörklich von Digne les Bains ragt sie empor. Ein Ammonit neben dem anderen. Große und kleine. Zum Vergleich haben wir mal Ezra´s Hand danebengehalten. Und das war nicht der Größte!

Wiederrum eine andere Wanderung führte uns in der Montagne de Lure an diese Ausgrabungsstätte. Die Montagne de Lure liegt zwischen Sisteron und Manosque und prägt das Landschaftsbild des mittleren Durance-Tales. 

      

   

Lac de Serre Poncon

         

  Da wo Berge sind da sind meistens auch große Flüsse und Sehen. Im Jahre 1957 verwüsteten schreckliche Hochwasser der Durance die ganze Region und bestätigten damit die Notwendigkeiten einer Regulierung des unberechenbaren Flusses, zu der die Bauarbeiten bereits 1955 behonnen hatten. Abgesehen vom Schutz gegen Überflutung dient der größte Stausee Europas der Wasserversorgung der Provence. Der 1960 geflutete See erstrckt sich über eine Fläche von 3000 ha und hat eine Länge von 20km und eine maximale Breite von 3km.

Die malerische Strasse, die den See umfährt, schlängelt sich in endlosen Kurven mehr oder weniger am Seeufer entlang, verliert sich manchmal in den Bergen und taucht dann ganz plötzlich bei der nächsten Biegung vor einem herrlichen Seepanorama mit Blick auf tiefblaues Wasser und kleine Buchten wieder auf. Einfach nur traumhaft.

 

Das linke Bild entstand auf einem 1900 hohen Berg, auf den wir uns mit einem Sessellift haben hochfahren lassen. Für die Kinder war es das erste Mal. 

     Demoiselles coiffées de Pontis.

  Unweit vom Lac de Serre Poncon stehen die Demoiselles coiffées de Pontis, die „Edelfräulein mit Kopfschutz“. Sie gehören zu den erstaunlichsten geologischen Phänomenen der französischen Südalpen. Diese in Frankreich auch „Feenkamine“ genannten Erdpyramiden bestehen aus wenig widerstansfähigem Lockergestein – in diesem Fall Reste einer Gletschermoräne - , auf dem eine Felshaube aufsitzt. Dieser Felskappe verdankten die Erdpyramiden ihre Existenz: Die kleine Deckschicht aus hartem Fels komprimierte das darunterliegende weiche Gestein und sorge dafür, dass es von der Erosion, die die umliegenden Gesteinsmassen abgetragen hat, verschont wurde und als Säule stehen blieb. Würde man ihre Felskappe zerstören, würden die Fräulein schon bald zerfallen.

   Mont Ventoux

     Einen Tag unternahmen wir auch einen Ausflug zum Mont Ventoux, dem höchsten Berg in der Haute Provence mit 1907m ü.N.N. Von dem kleine Städtchen Sault am Fusse des Berges auf ungefähr 500 Höhenmetern ging es dann auf einer herrlichen Serpentinenstrasse bis zum Gipfel hoch. Leider war die Aussicht von oben auf die Haute Provence sehr diesig. Die gleiche Situation hatten wir im vergangenen Jahr auch schon. Unten strahlender Sonnenschein und der Gipfel war ganz klar zu sehen. Kommte oben an siehste mix mehr.

Der Mont Ventoux ist ein berühmter Berg, der eigentlich nie bei einem Bericht über die Tour de France fehlen darf. Er wird auch sehr oft mit in das Steckenprofil eingebaut. Nur 2003 nicht, da man die Etappen und den annähernd gleichen Verlauf gewählt hat wir bei der ersten Tour im Jahre 1903.

Erstaunlich, dass Ezra schon mitgefahren ist – da ist wohl ein Ereignis an uns vorbeigehuscht und wir haben nix davon mitbekommen.

 

Wir kamen dieses Jahr in den Genuss, die Jubiläums-Tour de France gleich zweimal life mitzuerleben. In Gap haben wir den Zieleinlauf  gesehen – und das am Nationalfeiertag. Demnach war in der Stadt alles auf den Beinen was irgendwie laufen konnte. Auf der Rückfahrt von Gap nach Sisteron trauten wir unseren Augen kaum, als wir beim Vorbeifahren an einem Hotel in Sisteron die Mannschaftswagen des Teams U.S.Postal von Lance Armstrong und seinen Kollegen stehen sahen. Nach Absprache mit einem der Organisatoren haben wir uns dann am nächsten Morgen vor der Abfahrt der Mannschaft nach Gap noch ein Autogramm ergattert. Stefans Augen waren aber eher auf die technische Ausstattung der Bikes auf dem Dach der Begleitfahrzeuge fixiert.

 

Autogrammstunde mit Lance Armstrong                 Ankunft am Nationalfeiertag in Gap

Vorbeifahrt direkt an unserem Grundstück

 Genial war dann der nächste Tag, als es für die Fahrer von Gap über Sisteron nach Marseille ging. Direkt an unserem Haus vorbei. Auf dem Foto am rechten Bildrand ist noch ein kleines Stück des Grundstückes mit der Auffahrt zu sehen. Auch wenn das Fahrerfeld selbst nur kurz an uns vorbei rauschte, war auch das ganze drum herum ein tolles Erlebnis.

 

Aber nicht nur die Tour de France verbindet man mit der Region um den Mont Ventoux. Es ist das Levendelgebiet der Haute Provence schlechthin.   

       

 

Als wir über den Mont Ventoux gesprochen haben erwähnten wir das kleine Städtchen Sault am Fuße des Berges. Es ist umringt von einem Lavendelfeld neben dem anderen. Ein unbeschreiblich herrlicher Blick über die vielen Felder erwartet einen, wenn man eine Stelle etwas erhöht auf einer Mauer gefunden hat, sich dort ein wenig ausruht und die Farben auf sich wirken lässt. Und nun bitte tief einatmen. 

                             

  Natürlich haben wir gerade aus dieser Gegend einiges an Urlaubserinnerungen mitgebracht. Der Lavendelblütenhonig, die kleinen Tischsets mit der dazu passenden Tischdecke in den unverwechselbaren Farben der Provence, Lavendelblütensäckchen, die vielen anderen kleinen schönen Dinge, ........................................................................................... und Lavendelblüten.

 Es war ein Urlaub, der uns allen gefallen hat. Es war für jeden etwas dabei, ob für Ezra und sein Faible für alles was mit Fossilien zu tun hat, für Adina, die sich einfach nur wie ihre Mutter gerne an den Farben und der Umgebung erfreut, und Stefan, der, wenn es nach ihm (und auch nach Gabi) ginge, eh nach Frankreich ziehen würde. Leider sind drei Wochen zu wenig und sie vergehen wie im Flug. Wir werden wohl im kommenden Jahr wieder nach Sisteron fahren, zumal wir bei Sinners in ihrem Haus sehr herzlich aufgenommen wurden und die Anlage für uns (gerade als Familie) wie geschaffen ist.